13. Fachtag: Mehr als 120 Teilnehmer wagten mit VAST "den Blick nach vorn"

27.11.2025

Die 13. interdisziplinäre Fachtagung von VAST war mit über 120 Teilnehmerinnen aus den Bereichen Ergotherapie, Ernährungstherapie (Diätetik), Logopädie, Physiotherapie und Podologie ein voller Erfolg.

Das Programm gliederte sich in zwei Hauptteile: Der erste Teil widmete sich den Themen „New Learning“ in den Therapieberufen und der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI). Im zweiten Teil wurde ein Blick auf die gesetzliche Regelung der gehobenen medizinisch-technischen und diagnostischen Gesundheitsberufe (MTD-Berufe) in Österreich sowie das AOK-Transformationspapier zur Regelung der Heilmittelberufe geworfen.

Jessica Sibilja, Schulleiterin der Physiotherapie Schule Sieg Reha GmbH, eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Umsetzung von „New Learning“ in den Therapieberufen. Sie betonte die Notwendigkeit, Lernen im 21. Jahrhundert erfolgreich zu gestalten. Dabei stellte sie die Übertragung von „New Work“ auf die Lebens- und Erfahrungswelt der Auszubildenden unter curricularen Gesichtspunkten in den Mittelpunkt. Sie thematisierte sowohl die Rahmenbedingungen als auch die konkrete Umsetzung mit digitalen Tools und gab zahlreiche anschauliche Beispiele. Pragmatisch forderte sie die Anwesenden auf, mutig mit der Umsetzung zu beginnen.

Im Anschluss präsentierte Svenja Kleinpaß, Lehrlogopädin,  Berufsfachschule für Logopädie im Werner Otto Institut des Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf, Hamburg, unter dem Titel „Was Lehrende bewegt: Perspektiven auf Chancen und Herausforderungen von KI in der logopädischen Ausbildung“ eine umfassende Analyse zur Nutzung von KI in der Ausbildung. Sie hob hervor, dass neben Datenschutz und Schulung der Auszubildenden auch die Thematisierung von KI im Unterricht sowie die Analyse und Bewertung der durch KI generierten Ergebnisse von großer Bedeutung sind.

Nach der Mittagspause ging es berufspolitisch weiter. Prof.in Andrea Hofbauer (Hochschule Campus Wien, Präsidentin Diätologie Austria) gab einen detaillierten Überblick über die Entwicklung und den aktuellen Stand der MTD-Gesetze in Österreich, in denen Gesundheitsfachberufe geregelt werden. Mit der Novellierung aus dem Jahr 2024 werden die Berufe unter der neuen Bezeichnung "gehobene medizinisch-therapeutisch-diagnostische Gesundheitsberufe" zusammengefasst. Es wird unter anderem die Möglichkeit von Sonderausbildungen (Spezialisierungen) in den tertiären Bereich eröffnet sowie die Weiterverordnung von Arzneimitteln und Medizinprodukten nach ärztlicher oder zahnärztlicher Anordnung.

Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Hanna Ermann vom AOK-Bundesverband. Sie stellte das Positionspapier zum Transformationsprozess der Heilmittelversorgung von 2024 vor. Die AOK sieht aufgrund ihrer eigenen Analyse einen großen Handlungsbedarf im Bereich der Heilmittelversorgung. Sie fordert eine dringende Novellierung der gesetzlichen Grundlagen der Ausbildungen in den Heilberufen, eine Verbesserung der Ausbildungen und deren „faire Finanzierung“. Besorgt äußerte sie sich auch über den Fachkräftemangel. In diesem Zusammenhang positioniert sich die AOK für eine Teilakademisierung der Therapieberufe, was eine lebhafte Diskussion unter den Anwesenden auslöste, die diese Position nicht teilten.

 

Die Präsentationen der Referenten finden Sie im Downloadbereich

 

Wir danken allen Referent:innen und Teilnehmenden für die gelungene Fachtagung und freuen uns bereits heute schon auf die nächste VAST-Tagung am 6.11.26.

 

Bild zur Meldung: 13. Interdisziplärer Fachtag